Bildfälschung erkennen: Montagen, Copy-Move und lokale Retuschen

Fotofälschungen haben meist eine von drei Formen: eine Montage aus einem anderen Bild, eine Copy-Move-Bearbeitung, die einen Teil desselben Fotos über einen anderen kopiert, oder eine lokale Retusche, die nur einen Bereich verändert. Für das Auge kann das nahtlos wirken, doch die Datei speichert diesen Teil oft anders als den Rest.

JPEG-Raster und Error-Level-Analyse

JPEG komprimiert in Blöcken von 8×8 Pixeln. Wird ein Stück eines anderen Fotos eingefügt und das Ergebnis erneut gespeichert, kann das Blockraster des eingefügten Bereichs verschoben sein oder eine andere Kompressionsgeschichte tragen. Die Error-Level-Analyse (ELA) speichert das Bild mit gleicher Qualität erneut und sucht Bereiche, deren Abweichung heraussticht. Wurde das ganze Foto vielfach neu gespeichert, verblasst dieser Unterschied.

Rausch- und Frequenzspuren

Sensorrauschen verteilt sich in einem echten Foto gleichmäßig. Eingefügte oder überdeckte Bereiche haben oft Rauschen anderer Stärke oder Struktur, und skalierte oder gedrehte Stücke hinterlassen regelmäßige Muster im Frequenzbereich. Origma vergleicht diese Signale Bereich für Bereich und vermerkt Stellen, deren Statistik von der Umgebung abweicht, als Beleg auf der Achse Manipulation.

Was eine Heatmap sagt – und was nicht

Die Heatmap auf der Ergebnisseite bedeutet „das Signal weicht hier von der Umgebung ab“, nicht „dieser Teil wurde gefälscht“. Flache Flächen wie Himmel oder Wände, starke Retusche oder Filter und die Neukomprimierung durch Messenger können sie ebenfalls aufleuchten lassen. Deshalb schließen wir nie allein aus einer Heatmap und lesen sie zusammen mit Metadaten und Herkunftssignaturen.

Grenzen: KI-Entfernung und warum es eine Einschätzung ist

Moderne Bearbeitungen, die ein Objekt per KI entfernen und die Lücke füllen, hinterlassen kaum Kompressions- oder Rauschspuren, und wir erkennen sie noch schlecht. Reichen die Belege nicht, lautet das Ergebnis „nicht eindeutig“. Die Ergebnisse von Origma sind Wahrscheinlichkeitseinschätzungen, keine amtlichen Gutachten und kein rechtlicher Beweis – holen Sie bei gewichtigen Entscheidungen fachliche Prüfung ein.

Häufige Fragen

Wird jedes mit Photoshop bearbeitete Foto erkannt?
Nein. Mehrfaches Speichern oder das Skalieren und Neukomprimieren des ganzen Bildes verwischt die Spuren. Je näher die Datei am Original ist, desto mehr Belege bleiben.
Bedeutet eine helle Heatmap, dass das Foto gefälscht ist?
Sie bedeutet, dass das Signal in diesem Bereich von der Umgebung abweicht. Einfarbige Hintergründe und starke Retusche leuchten ebenfalls – wägen Sie es mit anderen Belegen ab.
Können Sie ein Foto prüfen, das ich als Screenshot bekommen habe?
Ja, aber ein Screenshot zeichnet den Bildschirm neu, sodass die ursprünglichen Kompressionsspuren und Metadaten fehlen. Fordern Sie wenn möglich die Originaldatei an.
Kann ich das Ergebnis in einem Streit verwenden?
Als Entscheidungsgrundlage ja, aber es ersetzt kein amtliches Gutachten. Bewahren Sie den Hash des Berichts und die Engine-Version auf, damit sich das Ergebnis reproduzieren lässt.

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Dieser Text ist allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung. Ein Prüfergebnis ist eine wahrscheinlichkeitsbasierte Einschätzung, kein Beweis.

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